4. Reichenauer
Herbstgespräche
Hotel Marienhof, Reichenau an der Rax
25.-26. September 2026
WILLKOMMEN
Herzlich willkommen zu den 4. Reichenauer Herbstgesprächen 2026 mit dem Thema: „Die Bedeutung von Social Health – Kollektive Erschöpfung: Medizinische und therapeutische Antworten.“
Das Symposium verknüpft wissenschaftliche Perspektiven mit praxisnahen Ansätzen aus Medizin, Psychologie und Psychotherapie.
Im Fokus stehen die Bedeutung sozialer Beziehungen für Gesundheit und Wohlbefinden sowie die wachsenden Herausforderungen unserer Zeit; zunehmende psychische Belastungen – von Depression und Burnout zu Angst – und stressassoziierten Erkrankungen. Leistungsdruck, digitale Dauerpräsenz, Selbstoptimierung und wachsende Vereinzelung prägen moderne Lebens- und Arbeitswelten und führen vermehrt zu verstärkter Depression und früher Demenz.
Dabei beleuchten wir insbesondere den Einfluss dieser gesellschaftlichen Entwicklungen auf steigende „kollektive Erschöpfung“ und diskutieren Phänomene wie Narzissmus im Kontext moderner Lebens- und Arbeitswelten. Wie wirken sich soziale Medien, Leistungsdruck und Individualisierung auf unser seelisches Gleichgewicht aus? Und welche Rolle spielt soziale Verbundenheit als Schutzfaktor?
Freuen Sie sich auf inspirierende Fachvorträge, interdisziplinären Austausch und praxisnahe Impulse.
Pre-Workshops
Begleitet wird das Symposium von interaktiven Pre-Workshops am Vortag.
Von kreativen Methoden bis hin zu Impulsen aus der Natur entstehen lebendige Zugänge zum Thema Social Health. Neben fachlichem Austausch entsteht Raum für persönliches Erleben und Begegnung.
Freuen Sie sich auf unser vielfältiges Programm mit spannenden Vorträgen, praxisnahen Workshops sowie einer besonderen musikalischen Performance aus Text und Musik.
Referent:innen & Themen
Dr. Thomas Legl
Gesund ohne Gemeinschaft?
Prim. Univ.-Prof. DDr. Michael Lehofer
Zu viel von Allem und zu wenig vom Richtigen
Sofia-Marie Oehlke, MSc
Wenn Social Media zum Impuls wird
Dr. Isolde Charim
Leben in einer narzisstischen Gesellschaft
Dr. Georg Psota & Univ. Doz. Dr. Udo Zifko
Shutdown im Gehrin / Demenz
Mag. Wolfgang Berger
Sexual Health
Workshopleiter:innen & Themen
Sebastian Frohmann, BA
Die Gesellschaft in uns – von der Arbeit mit inneren Anteilen
Michaela Legl-Bruckdorf, BA, MSc
Mut zur Gruppe – Strategien und Inspiration in Zeiten kollektiver Erschöpfung
Iris Neuretter, MSc
Intimität und Identität – Soziale Gesundheit zwischen Nähe und Selbstsein
Maria Schönherr, MSc DSA
Die Einsamkeit im Kollektiv
Programm
Symposium am 26.09.2026
| Zeit | Programm |
|---|---|
| 08:45-09:15 | Registrierung |
| 09:15-09:30 | Einlass |
| 09:30-10:00 | Musikalische Einstimmung Begrüßung Udo Zifko |
| 10:00-10:30 | Eröffnungsvortrag: Gesund ohne Gemeinschaft? Die unterschätzte Macht unserer Beziehungen. Thomas Legl |
| 10:30-11:15 | Zu viel von Allem und zu wenig vom Richtigen Michael Lehofer |
| 11:15-12:00 | Wenn Social Media zum Impuls wird: Selbstverletzung und soziale Ausgrenzung Sofia-Marie Oehlke |
| 12:00-12:15 | |
| 12:15-13:00 | Leben in einer narzisstischen Gesellschaft. Isolde Charim |
| 13:00-14:20 | |
| 14:20-15:15 | Shutdown im Gehirn / Demenz Udo Zifko und Georg Psota |
| 15:15-16:45 | Round Table mit den Vortragenden. Moderation: Klaus Becker und Sebastian Frohmann |
| 16:45-17:15 | |
| 17:15-18:00 | Sexual Health. Sexualität in einer erschöpften Gesellschaft. Wolfgang Berger |
| 18:00-18:30 | Wort trifft Klang |
| 18:30 | Resümee und Ausblick Thomas Legl und Udo Zifko |
| ab 19:00 |
Pre-Workshops am 25.06.2026
| Zeit | Programm |
|---|---|
| 16:00-20:00 | Workshops |
| Die Gesellschaft in uns – von der Arbeit mit inneren Anteilen Sebastian Frohmann |
|
| Mut zur Gruppe – Strategien und Inspiration in Zeiten kollektiver Erschöpfung Michaela Legl-Bruckdorf |
|
| Intimität und Identität – Soziale Gesundheit zwischen Nähe und Selbstsein Iris Neuretter |
|
| Die Einsamkeit im Kollektiv Maria Schönherr |
|
| ab 20:00 |
Registrierung
Gebühren
Symposium (1 Tag):
- Regulär: € 200,-
- Studierende: € 90,-
Pre-Workshop (Freitag):
- € 50,- bei Symposiumsbuchung
- € 75,- Einzelbuchung
Biografien
Dr. Thomas Legl
Klinischer und Gesundheitspsychologe. Obmann und therapeutischer Leiter des Therapiesalon im Wald. Seit vielen Jahren international im Bereich Suchtprävention und psychosozialer Versorgung engagiert, unter anderem als Vorsitzender von Euro-TC – European Centres for Drug Addiction and Mental Health. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Prävention und Behandlung psychosomatischer Erkrankungen.
Prim. Univ.-Prof. DDr. Michael Lehofer
Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapeut und klinischer Psychologe. Ärztlicher Direktor des LKH Graz II sowie Universitätsprofessor, Autor und Vortragender. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen psychische Gesundheit, Resilienz, Führung und Lebenskunst.
Sofia-Marie Oehlke, MSc
Klinische Psychologin und wissenschaftliche Projektmitarbeiterin. Mitglied der Forschungsgruppe Stress in Childhood & Adolescence Research Unit (SCAR-Unit) und tätig an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Universität Wien sowie in freier Praxis. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf stressassoziierten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter sowie der Interventionsforschung.
Dr. Isolde Charim
Philosophin und Publizistin sowie Kolumnistin für FALTER und taz. Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik 2022. Autorin mehrerer preisgekrönter Bücher, darunter Die Qualen des Narzissmus (Tractatus-Preis 2023) und Ich und die Anderen. Wie die neue Pluralisierung uns alle verändert. (Philosophischer Buchpreis 2018).
Prim. Dr. Georg Psota
Chefarzt der Psychosozialen Dienste Wien (PSD Wien), Obmann von pro mente Wien und Leiter des Psychosozialen Krisenstabs der Stadt Wien. Mitglied des Landessanitätsrats Wien sowie des Beirats für psychische Gesundheit und Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie (ÖGPB).
Univ.-Doz. Dr. Udo Zifko
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie mit Zusatzfach Geriatrie. Universitätsdozent mit langjähriger wissenschaftlicher Tätigkeit und Autor von mehr als 130 Publikationen. Träger zahlreicher nationaler und internationaler Wissenschaftspreise.
Wolfgang Berger
Psychologe und Psychotherapeut sowie Leiter des Therapiezentrums Hyrtlgasse. Personzentrierter Therapeut, Körperpsychotherapeut, Sexualtherapeut und Meditationslehrer. Seit 1991 in eigener Praxis mit den Schwerpunkten Psychotherapie, Persönlichkeitsentwicklung und Meditation tätig.
Sebastian Frohmann, BA
Systemischer Psychotherapeut mit eigener Praxis in Wien. Darüber hinaus als Psychotherapeut am Therapiesalon im Wald tätig.
Michaela Legl-Bruckdorf, BA, MSc
Psychotherapeutin (Psychodrama), Supervisorin und Soziologin. Arbeitet mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in freier Praxis. Ihre Schwerpunkte sind Gruppentherapie, kreative Erweiterung von Lebenswelten sowie Natur, Bewegung und Walk & Talk.
Iris Neuretter, MSc
Psychologin mit eigener Praxis in Wien sowie Project Assistant in EU-geförderten Projekten bei Euro-TC. Psychotherapeutin in Ausbildung. Ihre Schwerpunkte sind psychologische Testung, Achtsamkeitstraining, Sexualität und queere Themen.
Maria Schönherr, MSc, DSA
Lehr-Psychodramatikerin, Supervisorin und Gründerin des Psychodrama-Theaters. Ihr Schwerpunkt liegt darauf, die Methoden des Psychodramas über den therapeutischen Kontext hinaus für innovative und künstlerische Entwicklungsprozesse nutzbar zu machen.
Abstracts
Vorträge
Gesund ohne Gemeinschaft? Die unterschätzte Macht unserer Beziehungen
Dr. Thomas Legl
Chronische Einsamkeit und soziale Isolation wirken als massive Vulnerabilitätsfaktoren. Sie befeuern die steigende Pathogenese von Depressionen, Angststörungen und Suchtmittelmissbrauch. Beziehung und Soziale Verbundenheit sind kein optionaler Wohlfühlfaktor, sondern eine biologische Notwendigkeit und ein zentraler Prädiktor für psychische Gesundheit und Therapieerfolge. Die Therapeutische Gemeinschaft wirkt!
Zu viel von Allem und zu wenig vom Richtigen
Prim. Univ.-Prof. DDr. Michael Lehofer
Coming soon
Wenn Social Media zum Impuls wird: Selbstverletzung und soziale Ausgrenzung
Sofia-Marie Oehlke, MSc
Coming soon
Leben in einer narzisstischen Gesellschaft
Dr. Isolde Charim
Der Narzissmus, den Freud als Pathologie beschrieben hat, ist heute zur Funktionsweise unserer Gesellschaft geworden. In diesem Sinne reicht es nicht, diesen als persönlichen Defekt zu besprechen. Man muss vielmehr über den subjektiven Narzissmus hinausgehen und den Blick auf das richten, was man einen „objektiven Narzissmus“ nennen kann. Und da stellt sich die Frage: Was bedeutet es, wenn so ein anti-gesellschaftliches Prinzip die Gesellschaft regiert?
Demenz: Shutdown im Gehirn
Prim. Dr. Georg Psota & Univ. Doz. Dr. Udo Zifko
Coming soon
Sexual Health. Sexualität in einer erschöpften Gesellschaft
Wolfgang Berger
Coming soon
Workshops
Die Gesellschaft in uns – von der Arbeit mit inneren Anteilen
Sebastian Frohmann, BA
Coming soon
Mut zur Gruppe – Strategien und Inspiration in Zeiten kollektiver Erschöpfung
Michaela Legl-Bruckdorf, BA, MSc
Gruppenangebote stärken die soziale Gesundheit und schaffen kollektive Resilienz im Praxisalltag. In diesem Workshop erfahren Kolleginnen, wie neue Gruppen strategisch geplant, Vertrauen aufgebaut und heilsame Gruppendynamiken gelenkt werden. Ein inspirierender Leitfaden für einen ressourcenorientierten Aufbau, der Einsamkeit entgegenwirkt und Verbundenheit schafft.
Intimität und Identität – Soziale Gesundheit zwischen Nähe und Selbstsein
Iris Neuretter, MSc
Wie entsteht soziale Gesundheit? Was stärkt unsere Fähigkeit, in Beziehung zu treten – zu anderen und zu uns selbst?
Dieser interaktive Workshop lädt dazu ein, die eigene Identität, Verbundenheit und Intimität als Grundlage sozialer Gesundheit zu reflektieren. Mithilfe hypnotherapeutischer Elemente, Achtsamkeitsübungen und erfahrungsorientierter Methoden werden Selbstkontakt, Grenzen, Beziehung und Resonanz reflektiert. Ziel ist es, die eigene Verbundenheit zu betrachten und Impulse für die therapeutische Praxis mitzunehmen.
Die Einsamkeit im Kollektiv
Maria Schönherr, MSc DSA
Wir alle kennen das Gefühl: Wir stehen mitten in einem Raum voller Menschen, sind vernetzt, erreichbar und funktionieren im System – und doch fühlen wir uns seltsam isoliert und erschöpft.
In diesem Workshop experimentieren wir mit den Elementen des Psychodramas (PDT), um die unsichtbaren Mauern zwischen uns abzubauen. Denn: Unsere Gesundheit entscheidet sich daran, wie wir uns gegenseitig halten! Gemeinsam machen wir die Lebensbühne wieder zu einem Ort echter Lebendigkeit.
Sponsoren
Wir danken den folgenden Firmen für ihre Unterstützung: